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Cathédrale Notre-Dame du Puy-en-Velay

Geschichte der Kathedrale

Die Kathedrale von Le Puy-en-Velay: eine Symbolik im Dienste des Glaubens

 

Da sie an einem der Wege liegt, die nach Santiago de Compostela führen, wurde die Kathedrale von Le Puy-en-Velay zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt. Darüber hinaus beeindruckt sie in mehrfacher Weise:

 

  • Scheinbar im Leeren hängend, ähnelt sie einem riesigen Schiff, dessen Bug sich den Pilgern öffnet, um sie in ihr Herz aufzunehmen. Eine über Felsengrund ansteigende Treppe durch das Hauptschiff führt direkt in den Chorraum.
  • Zur Zeit der Gotik im romanischen Stil erbaut, schließt sie insbesondere im marianischen Chor barocke Elemente zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Sie weist einen großen Reichtum an byzantinischen, italienischen und mozarabischen Einflüssen auf, und dennoch wirken ihre harmonischen Züge besänftigend und tröstlich.
  • Sie ist eine der höchstgelegenen marianischen Stätten des Mittelalters. Als riesiger Reliquienschrein konzipiert, ist sie vor allem das Heiligtum der Schwarzen Madonna. Die in typisch äthiopischem Stil gestaltete, einst hochberühmte Statue, nach der Überlieferung ein Geschenk des Heiligen Ludwig, wurde von den Fanatikern der sog. ,,franz. Revolution“ verbrannt und durch die heutige ersetzt, welche aus dem 17. Jh. stammt.
  • Das ursprüngliche Heiligtum, an dessen Stelle jetzt die romanische Kathedrale steht, war auf Anregung der Heiligsten Jungfrau Maria errichtet worden, die einer kranken Frau erschienen war und diese geheilt hatte, nachdem die Kranke sich auf einen Dolmen (d.h. auf einem prähistorischen Steinblock) hingelegt und um Heilung inständig gebetet hatte. Danach wurde dieser Stein ,,Fieberstein“ genannt. Er befindet sich jetzt in einer kleinen Seitenkapelle dicht neben dem marianischen Chor. Der Heilige Evodius (frz. Saint Vosy), einst Bischof von Le Puy-en-Velay, und der Heilige Scutarius, Architekt, später auch Bischof und Nachfolger des Heiligen Evodius, ließen auf den Ruinen eines ehemaligen heidnischen Tempels dieses Heiligtum erbauen, in dem sich der Dolmen heute befindet.

 Das Jubiläum von Le Puy-en-Velay wird demnächst im Jahre 2016, dann erst wieder 2157 begangen

 

Das Jubiläum von Le Puy-en-Velay wird seit dem 10. Jh. gefeiert, wenn der 25. März, das Fest Mariä Verkündigung, d.h. der Tag der Empfängnis Jesu Christi durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria, mit dem Karfreitag, dem Tag, wo Christus am Kreuz starb, zusammenfällt. Die Feierlichkeit dieses seltenen Ereignisses, an dem eine große Volksmenge zusammenströmt, und das sich vom 25. März bis zum 15. August hinzieht, wird demnächst im Jahre 2016, dann erst wieder 2157 begangen. Alljährlich aber führt eine große Prozession am Festtag Mariä Himmelfahrt nahezu 10 000 Menschen in den Straßen von Le Puy-en-Velay zusammen.

IN GEMEINSCHAFT MIT DEN HEILIGEN

 

Seit dem 5. Jh. wallfahren Menschen zur Kathedrale Unserer Lieben Frau in Le Puy-en-Velay, und damit ist sie eines der ältesten marianischen Heiligtümer Europas. Dort wird die Schwarze Madonna verehrt, insbesondere am 25. März, dem Tag von Mariä Verkündigung, und am 15. August, an Mariä Himmelfahrt, wo die Einwohner von Le Puy-en-Velay ihre Statue in einer Prozession durch die Straßen der Stadt tragen.

Das Heiligtum ist auch Ausgangspunkt des meistbegangenen aller Jakobswege, der Via Podiensis. Frühmorgens nach der heiligen Messe um 7.00 Uhr versammeln sich die Pilger um die Statue ihres Schutzpatrons, des Heiligen Jakobus, den Sie erblicken, sobald sie über die „Mutterschoßtreppe“ („escalier du ventre“)[1] zu Ihrer Rechten hinaufgegangen sind. Sie stellen sich vor, indem sie kurz verraten, woher sie gekommen sind und bis wohin sie zu gelangen gedenken, falls sie es überhaupt wissen sollten! Nach dem Reisesegen erhalten sie von einer Nonne die créanciale (d.h. den Pilgerpass) ausgehändigt und können das Gebetsanliegen eines anderen Pilgers oder eines gerade vorübergehenden Touristen übernehmen. Es geht nicht darum, es mit sich bis nach Santiago zu tragen, sondern darum, was manchmal schwieriger ist, es bis zum eigenen Herzen hin zu tragen, damit es Gottes Herz erreichen möge. Das nennen wir „Gemeinschaft der Heiligen“ .

[1]    Es handelt sich um die Zentraltreppe mit vielen Stufen, die direkt in das Innere der Kahedrale führt, und Pfarrer Emmanuel Gobilliard fasst den wunderlichen Ausdruck so auf: „Beim Eintreten hat man den Eindruck, von einer Mutter empfangen zu werden. Für uns Christen ist die Kirche eine Mutter und so, wie die Kirche gebaut wurde, fühlt man sich in sie aufgenommen, sie streckt uns ihre Arme entgegen, und um in ihr Inneres hineinzukommen, schreitet man über eine Treppe, die als „escalier du ventre“ bezeichnet wird. Also ist es uns, als kämen wir erneut in den Mutterschoß hinein, als würden wir wie ein Kind im Mutterleib empfangen. Wir alle erinnern uns ja gerührt und mit etwas Sehnsucht an unsere Beziehung zur eigenen Mutter, und wahrhaftig erlebt man hier, ob wir glauben oder nicht, etwas Niedagewesenes“.